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Dr. Ursula Lengauer

Chancengleichheit

Lengauer Ursula am 22.9.2007
Sa 22
Sep
Soll frau sich damit trösten? Der Darmstätter Soziologe Michael Hartmann hat belegt, was uns beim Lesen der Klatschspalten fast entgangen wäre: Die europäischen Eliten in Wirtschaft und Politik (und wir dürfen es ihm getrost voraussagen: auch in den Universitätshierarchien, damit will Hartmann sich nämlich demnächst befassen) rekrutieren sich vorwiegend aus Abkömmlingen gut- bis großbürgerlicher Familien. Dafür stehen unsre Chancen als Arbeiter- oder Bauernkind ganz gut, wenn wir den Nobelpreis anstreben.

Was heißt das für die Karriereplanung derer, die nicht dem gehobenen Bevölkerungssegment entsprungen und dazu vielleicht auch noch als Frau auf die Welt gekommen sind? Wir müssen uns nicht mehr alles selber zuschreiben, wenn wir einen Job nicht bekommen, z.B. Sondern es lag eventuell auch daran, dass wir dem Habitus der Hierarchieebene einfach nicht entsprochen haben. Uns fehlte die Kinderstube, der Stallgeruch. Und sowas läßt sich eben im späteren Leben ohne arge Selbstverleugnung nicht so leicht erwerben.

Zum Genderaspekt dieser Selbstreproduktion von Systemen lesen wir einen interessanten Text von Elisabeth Grabenweger, der Frauen in der Wissenschaft betrifft, in der aktuellen Printausgabe von IFKnow, IFKnow 2_2007.

Ansonst gilt als Erfolgskriterium Nummer eins nach wie vor: einfach möglichst entspannt Dranbleiben.
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Schön gesund

Lengauer Ursula am 27.6.2007
Mi 27
Jun
Sollten Sie eine sehr schöne Frau sein, die sich wegen Unwohlseins in ärztliche Behandlung verfügt, so tragen Sie bitte dick auf, wenn Sie Ihre Beschwerden schildern. Studien haben nämlich ergeben, dass das Krankenhauspersonal die Krankheiten weniger attraktiver Frauen glaubwürdiger findet (endlich sind wir Normalsterblichen mal wo im Vorteil).

Sollten Sie jedoch eine sehr schöne Frau sein, die Ärztin ist oder Krankenschwester, dann gehen Sie bitte davon aus, dass Ihre männlichen Patienten Ihnen gegenüber ihre Leiden herunterspielen. Lassen Sie sich nicht täuschen - oder setzen Sie eine entstellende Brille mit Pappnase und Schnurrbart zur Visite auf.

Diese und viele mehr wirklich wichtiger Informationen zur Gendermedizin gibt es im profil nr. 26. Diese Titelgeschichte hebt sich wohltuend ab vom üblichen blöden Mars/Venus/Zuhör/Einpark-Geseiere, das uns die Medien sonst gern zum Thema Genderdifferenz servieren. Dank dem Autor Klaus Kamolz.
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Liebeszauber

Lengauer Ursula am 2.5.2007
Mi 2
Mai
Für Liebeswillige hat die Wissenschaft - vermutlich als Nebenprodukt einer viel wichtigeren Fragestellung - einen heißen Tipp produziert: Fehlattribuierung, ein wirklich unromantisches Versehen, ist der Schlüssel zu so manchem Liebeszauber.

Fehlattribuierung nennt man es, wenn wir einen körperlichen Zustand einem Umstand zuschreiben, der gar nichts mit diesem Zustand zu tun hat.

Sagen wir z.B., wir haben Herzklopfen, weil wir aus Angst zu spät zu kommen, gelaufen sind. Wir haben z.B. ein erstes Rendezvous vor uns. Was passiert nun oft genug? Wir glauben, der Anblick der Person raubt uns den Atem, läßt uns das Herz höher schlagen, macht uns die Knie weich. Und schon beginnt die Liebesphantasie, besser gesagt: wir unterliegen der Fehlattribuierung eines inneren Reizes. Liebe wird daraus im übrigen nur, wenn wir den Fehler nicht bemerken - siehe hier, Folie 8.

Soweit die Wissenschaft. Wir jedoch sind schlau und anwendungsorientiert. Fortan bestellen wir unsere Blind Dates ans Ende schwankender Stege oder auf die Aussichtsplattform von Türmen, die man nur zu Fuß erklimmen kann. Die richtige Dosierung einer kleinen Aufregung oder Anstrengung kann sich lohnen, wir erscheinen mit etwas Glück atemberaubend begehrenswert.

Denken Sie jetzt lieber nicht darüber nach, in welchen Situationen Sie sich bisher unsterblich verliebt haben. Sie könnten so manche Fehlattribuierung aufdecken.
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Freundin anrufen

Lengauer Ursula am 25.2.2007
So 25
Feb
Freundinnen, euch verdanken wir Frauen ein längeres Leben! Das haben zwei amerikanische Wissenschaftlerinnen, Drs. Klein und Taylor, herausgefunden. Ihnen ist aufgefallen, dass die bisherigen Studien über Stressverhalten sich vorwiegend - Überraschung! - mit dem männlichen Umgang mit Stress befassen.

Der kleine Unterschied hat auch in dieser Angelegenheit große Wirkung - ausnahmsweise einmal zum Vorteil der Frauen: sie haben nämlich ein größeres Repertoire in der Stressbewältigung. Sie kennen zwar auch die Flucht- und Kampfreaktion, aber sie haben noch zusätzlich die Fähigkeit, eine Freundin anzurufen.

Natürlich lässt sich das hormonell erklären:

Testosteron, das Männer bei Stress in hohem Maß freisetzen, senkt das Bindungshormon Oxytocin. Männer gehen daher bei Stress in Flucht, Kampf und Einsamkeit - und wir wissen: es dauert (angeblich 20 Minuten länger als bei uns Frauen), bis sie wieder herunterkommen.

Östrogen und Oxytocin jedoch sind Freundinnen: Frauen flüchten daher zu Kindern und anderen Frauen. Dort arbeiten sie dann den Stress ab bei Kaffeetrinken, Herumarbeiten und den lieben Kindern und Freundinnen auf die Nerven gehen. Das ist aber gesünder für alle Beteiligten, da frau so wesentlich schneller wieder auf hormonellen 'Normalbetrieb' kommt.
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Weltuntergang

Lengauer Ursula am 19.2.2007
Mo 19
Feb
Mit einer superklitzekleinen Wahrscheinlichkeit tut sich irgendwann in den nächsten Jahren ein echtes Schwarzes Loch auf, zirka zwischen der Schweiz und Frankreich. Uns Fans von Star Trek macht das weiter nichts aus - wir fahren einfach unsre Schilde hoch und segeln elegant in ein Paralleluniversum, wo es die liebe Erde dann noch geben wird.

Man will nämlich im CERN herausfinden, so NEWS in seiner Ausgabe Nr. 07/07, wie es denn ganz kurz nach dem Urknall teilchenmäßig zuging. Bei diesem Experiment könnte 'rein theoretisch ein superheißes Plasma aus Seltsamer Materie ('Strangeness-Quarks') entstehen, die nach Abkühlung stabil bleibt und in einer Kettenreaktion alles, was mit ihr in Kontakt kommt, 'infiziert' und in etwas Unbekanntes umwandelt.' Das unterhaltsame und auch bunte Magazin NEWS verhilft auf Seite 72 dem Atomprofessor C. Fabjan zur Publikation dieser Einschätzung und seiner launigen Feststellung dazu: 'Dann wird 's nicht lustig.' Er hat gewiss Recht, denn das selbstgemachte Schwarze Loch würde uns natürlich - vermutlich noch vor jeglichem Erkenntnisgewinn - einfach verschlingen, inkl. CERN, Montblanc und Emmentaler.

Das wäre dann das Ende dieser Welt, herbeigeführt von menschlicher Vernunft.


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Fette Fische

Lengauer Ursula am 13.1.2007
Sa 13
Jän
Tja, fette Fische sollen wir essen, wenn wir den Blues haben. Das Fett im Lachs-Sushi macht uns wieder fröhlich. Ich sehe schon, ich eröffne hier eine jahreszeitlich induzierte Liste von Lebensmitteln gegen Winterdepression, wie mir scheint. Fehlen noch Nudeln.

Aber zurück zu den fetten Fischen und dem Wundermittel Omega-3-Fettsäure, das im Fischöl reichlich vorkommt. Die es davor graust, nehmen z.B. Leinsamen als pflanzliche Variante, die unser Stoffwechsel aber nicht so flugs verwerten kann.

Wie dem auch sei: eigentlich will ich mit der ganzen Sache auf einen Buchtipp zum Thema Emotionsmanagement hinaus - sehr lesbar geschrieben und seriös recherchiert, wie mir scheint: 'Die neue Medizin der Emotionen' von David Servan-Schreiber. Allerdings merkt man, dass der ursprünglich französische Mann viel in den USA lebt, denn anstatt herrliche Rezepte für fette Fische auf seiner Homepage zu veröffentlichen, will er uns Omega-3-Kapseln als Nahrungsergänzungsmittel andrehen - igitt.
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Abstand halten

Lengauer Ursula am 17.11.2006
Fr 17
Nov
Wußten Sie, dass die Denkfähigkeit des Indiviuums sich umso mehr einschränkt, je mehr Menschen den engsten Raum mit uns teilen? In der U-Bahn, auf Partys, im Gedränge, im Stadion? Ist also was dran, dass die Masse dumm sei, wie Gustave LeBon vor ca. 110 Jahren postulierte?

Ein interessanter Aspekt, das mit dem Verlangen nach Distanz der Denkfähigkeit wegen, finde ich. Daraus ließe sich ja z.B. erklären, warum die Leute lieber im Auto im Stau stehen, als ruckzuck mit dem Zug oder der U-Bahn von A nach B zu gelangen: Unser persönlicher Freiraum, die soziale Wohlfühlzone, in der alle Systeme als maximal funktionstüchtig empfunden werden, verlangt einen freien Raum von mindestens 120 bis 220 cm Abstand rund um uns - diese Zone schwankt allerdings: Amerikaner etwa brauchen mehr Freiraum als Europäer.

Wenn wir also nicht so gern mitten im vorweihnachtlichen Massenansturm unsere Geschenke besorgen, haben wir vielleicht begründete Angst, dass unsere kognitive Einschränkung im Gedränge uns nicht nur die Hälfte vergessen läßt, sondern uns auch zu unklugen Käufen verleitet.
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Lob und Erfolg

Lengauer Ursula am 9.11.2006
Do 9
Nov
Gehören Sie zu den Leuten, die zwar sehr begabt sind, aber Motivationsprobleme haben? Die sich wundern, warum sie bei bester intellektueller Ausstattung nicht erfolgreicher sind? Sind Sie also seit Gedenken von der genial-aber-faul-Fraktion?

Dann ist wahrscheinlich Folgendes passiert in Ihren Kindertagen: Sie wurden für Ihre Eigenschaften gelobt (Motto: du bist so hübsch, du bist so klug, etc.) und nicht für Ihre Bemühungen und Leistungen (Motto: das hast du gut gemacht). Dieses Los trifft immer noch Töchter etwas häufiger als Söhne, weil Mädchen nach wie vor am meisten Beifall für ihr wunderhübsches Aussehen ernten, während Buben wegen ihrer Kraftakte und sonstigen Heldentaten gepriesen werden.

Der Effekt im Erwachsenenleben ist nicht angenehm: hohe Erwartungen an sich selbst und relativ wenig entsprechende Erfolge. Dabei ist die genial-aber-faul-Fraktion gar nicht faul, sie gibt nur zu früh auf. Wer nicht erfahren hat, dass Bemühung belohnt wird, hat zu wenig Durchhaltevermögen entwickelt. Das läßt sich natürlich nachholen. Z.B. mit einer eigenmächtigen Zuwendung zu einem geeigneten Sport wie Laufen oder Gewichtheben, wo schnell deutlich wird, was für eindrucksvolle Erfolge das Dranbleiben mit sich bringt.

Natürlich finde ich den Artikel nicht mehr, der mir dieses Aha-Erlebnis beschert hat. Es war noch vor der Blogzeit, ich glaube in 'Psychologie heute'. Aber weder Durchblättern noch googeln haben mich auf die Fährte geführt. Wird nachgereicht, falls es noch auftaucht.
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Oma spielt

Lengauer Ursula am 19.10.2006
Do 19
Okt
Spielen ist ja was Schönes. Jedoch - wie alles, was Freude macht - kann die Gewohnheit aus dem Ruder laufen. Sollten Sie eine Oma haben, oder sonstige ältere Personen kennen, die zunehmend der Spielsucht verfallen und ihre Tage vorwiegend am einarmigen Banditen zubringen, so ist vielleicht nicht unbedingt eine altersbedingte Charakterschwäche daran Schuld.

Vielmehr sollten Sie sofort erforschen, ob die betreffende Person auf Parkinson behandelt wird. Wie uns die Fachpresse erläutert, reagieren manche PatientInnen auf ein gebräuchliches Medikament mit Spielsucht, die sogleich wieder abflaut, wenn das Medikament abgesetzt wird.
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Wie Maiglöckchen

Lengauer Ursula am 6.10.2006
Fr 6
Okt
Soso, das überrascht mich eigentlich gar nicht: Die weiblichen Eizellen verströmen Maiglöckchenduft. Das stellt das Forscherteam um den Bochumer Zellphysiologen Hanns Hatt fest. Die haben auch herausgefunden, dass die Spermien Geruchsrezeptoren für eben diesen Duft besitzen und in Wahrheit deshalb überhaupt zum Ei finden. Der Duft der Frauen - also ausgerechnet Maiglöckchen. Deswegen Muttertagsblume?
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