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Dr. Ursula Lengauer

Leerer Wahn

Lengauer Ursula am 3.2.2008
So 3
Feb
Nützte uns alles nix, ist das Fazit, das Sibylle Hamann und Eva Linsinger in ihrem Weißbuch Frauen/Schwarzbuch Männer ziehen. Für Eilige in der Coverstory des Profil (Nr. 6) diese Woche nachzulesen:

Mehr lernen, schneller studieren, Studium abschließen, sich karrieremäßig voll einsetzen, das ist es, was Frauen mittlerweilen tun. Dessen ungeachtet sinkt die Frauenquote in Österreichs Führungsetagen schon wieder unter 30 %, an den Unis gibt es nur 13 % Professorinnen, und praktisch alle Frauen verdienen mindestens 20 Prozent weniger als jeder vergleichbare Mann.

Die Studie der beiden Profil-Autorinnen geht diesen Phänomenen sehr grundlegend nach und fördert zutage, was wir 'alten' Feministinnen seit Jahr und Tag vor uns hin reden: die Strukturen haben sich de facto wenig verändert, die Diskriminierung von Frauen erfolgt bewußt und unbewußt - und nicht nur durch Männer. Frauen vergeht die Lust, sich in Organisationen nach oben durchzukämpfen, opting out ist die Folge. Quote ist tabu, auch für die meisten Frauen - was ich persönlich nicht verstehe. Oben bleibt der Raum für Männer, egal wie (wenig) toll sie sind.

Dafür steigt seit Jahren der Anteil der Frauen unter den Selbständigen rasant. Sie sind meist erfolgreich, aber, soweit ich es sehe: sie verlangen weniger Geld und erbringen mehr Leistung... auch auf eigene Rechnung.

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Huber-Störich

Lengauer Ursula am 20.1.2007
Sa 20
Jän
Kennen Sie auch Leute, die sich beim Anrufen prinzipiell mit einem Doppelnamen melden, dessen zweiter Teil 'Störich' heißt?

Diese Menschen erzielen bei mir folgenden Effekt, der dem von ihnen beabsichtigten diametral entgegen steht: Ich fühle mich sofort gestört. Der/die AnruferIn fragt - meist nach ihrer Namensnennung: 'Störe ich?', auf österreichisch eben 'Störich?'. Mayer-Störich? Müller-Störich? Huber-Störich? Die spontane Antwort 'Ja' muss ich mir dann verbeißen, ich bin irritiert. Dabei wollen diese Leute nur betont Rücksicht auf mich nehmen.

Was passiert hier kommunikationstechnisch?

Erstens verbinden solche wohlmeinenden Menschen ihren eigenen guten Namen - und damit bis zu einem gewissen Grad ihre Person - mit einer negativen Aussage. Sie bringen sich selbst als potentielles Ärgernis ins Spiel. Das ist gar nie gut - ausser man will drohen. Daher die Irritiation beim Angerufenen.

Zweitens stellen sie eine Entscheidungsfrage, die erlaubt, 'Ja' zu sagen und aufzulegen. Das täte ich persönlich natürlich aus Anstand nicht. Aber es fällt mir ein, dass es möglich wäre. Das ist für die Person, die mich anruft doppelt schlecht: diese Gesprächseröffnung gibt mir zusätzlich mehr Macht als ihr, denn vermutlich hat sie ja ein Anliegen an mich.

Drittens ist es einfach eine schlechte Gesprächseröffnung, die nichts aufmacht, außer unangenehme Assoziationen: Zeitdruck, Stress, Ungeduld, Wichtigtuerei, usf.

Was empfehlen wir Huber-Störich und Müller-Störich statt dessen?

Erstens könnten sie davon ausgehen, dass Leute ihr Telefon nur dann abnehmen, wenn sie auch reden können und sei es nur, um zu sagen: 'Bitte, rufen Sie mich später an.'

Wenn sie schon - zweitens - aus lauter Rücksicht denjenigen, die sie anrufen, noch einmal die Wahl lassen wollen, mit ihnen zu reden oder nicht, gibt es eine bessere Eröffnung - einfach fragen: 'Haben Sie ein paar Minuten Zeit für mich?' oder etwas Nettes in dieser Art.


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Kampflächeln

Lengauer Ursula am 10.11.2006
Fr 10
Nov
Lachen kommt ja in vielen Kontexten vor. Ich mag es am liebsten im Umfeld von Humor und freundlichen Gefühlen.

Dann gibt es aber auch noch das breite Lächeln mit gebleckten Zähnen. Manche Leute können dabei sogar sprechen, besonders Frauen, wie wir aus der jüngeren österreichischen Zeitgeschichte wissen.

Vor diesem Lachen habe ich ein wenig Angst. Es kommt mir irgendwie 'falsch' vor. Ich wittere Gefahr und Drohung. Und siehe da, es ist wohl mein Reflex aus dem Reptiliengehirn, der hier ausschlägt. Denn die Naturforscher beschreiben auch einen Droh- und Angstanteil in der Evolution des Lachens, wie wir in Abschnitt 1.3. dieser Studie erfahren.

Also bin ich weiterhin auf der Hut, wenn jemand mit einem Kampflächeln auf mich zukommt, mich grüßen oder mir - Gott behüte - gar Feedback geben will ...


Dieser Beitrag ist ein Update zu: Neinsagen, strahlend
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Kettenmails

Lengauer Ursula am 20.10.2006
Fr 20
Okt
Sie kennen das sicher: ein Kettenbrief erreicht Sie per e-mail. Absenderin ist eine Freundin, die Sie als vernünftige Frau kennen, taff im Beruf, erfolgreich in der Liebe. Am besten drücken Sie gleich auf 'Junk'.

Wenn Sie den Brief öffnen, erwarten Sie die wunderbarsten Weisheiten der Welt in Bezug auf Liebe und Beziehung (früher, im snail-mail auf Papier waren es die tollsten Versprechungen zum Reichwerden). Dann kommen umwerfende Versprechungen auf Liebes- etc.glück, wenn Sie dieses Mail an so und so viele binnen kürzestem weiterschicken. Und dann kommt die furchtbare Drohung: Wenn Du nicht.... binnen so und so viel Stunden ... an so und so viel Menschen .... weiterschickst, dann aber!!!!!! Verlierst du alles, vor allem auch das, was du schon vor dem e-mail hattest.

Ich muss mich jedesmal zwingen, diese fiese Kette zu unterbrechen und das Ding im Trash zu versenken. Ich muss jedesmal in mich gehen und mir denken, meiner klugen Freundin gehts heut wahrscheinlich nicht gut, ich sollte ihr nicht böse sein. Und ich muss aushalten, dass die Drohung natürlich trotzdem an mir klebt. Ein Weilchen.
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