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Kinder gleichbügeln? Bildungsrahmenplan für 5-jährige hinterfragen

Berufsverband Österreichischer Psychologinnen und Psychologen am 13.8.2010
 
Wien (OTS) - Wenn Bildungsrahmenpläne im Kindergarten auf
Altersstufen verengt werden, ist die Botschaft fatal: Ein Plan für
5-6 jährige legt nahe, dass alle auf ein Leistungsziel vor
Schuleintritt hingeführt werden sollen*, meint Luise Hollerer,
Leiterin der Pädagogischen PsychologInnen im Berufsverband
Österreichischer PsychologInnen.

Hard facts der Psychologie und Neurowissenschaften zeigen die
große Entwicklungsbandbreite der Kinder vor dem 10. Lebensjahr auf.
Da gibt es 4-jährige, die bereits lesen oder 6-jährige, die noch
nicht zählen können.

In diesem Alter darf es keinen Auftrag zu gleichen Anforderungen
geben. Da brauchen wir Entwicklungsoffenheit: Sonst gehen frühe
Begabungen verloren und Spätentwickler kommen unter enormen Druck, so
die Expertin.

Hollerer weiter: "Hier gibt es einen Auftrag an Eltern und
PädagogInnen: beobachten, im Austausch bleiben und kindliche
Entwicklung individuell begleiten und fördern.

Hier gibt es einen Auftrag an die Politik: Nicht planmäßig
gleichbügeln sondern Eltern und Personal entwicklungspsychologisch
schulen!"

* Backgroundinfo:

Ein Bildungsrahmenplan für den gesamten Kindergartenbereich wurde
von allen Bundesländern im Vorjahr unterzeichnet (§ 15a
Vereinbarung). Nun wurde ein Bildungsrahmenplan für ein Alterssegment
herausgegeben: 5-6jährige ...
Quelle: ots.at/Berufsverband österreichischer Psychologinnen und Psychologen 12.08.2010


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