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Gestose ist ein Oberbegriff für schwangerschaftsbedingte Krankheiten, deren Ursachen weitgehend unklar sind. Man unterscheidet Frühgestosen im ersten Schwangerschaftsdrittel (1. Trimenon) mit Hyperemesis gravidarum oder Ptyalismus (vermehrtem Speichelfluss) und Spätgestosen im letzten Drittel, die sich als Präeklampsie bzw. Eklampsie oder HELLP-Syndrom darstellen. Das zweite Drittel der Schwangerschaft ist meist nicht betroffen (sog. Toleranzstadium).
Der Begriff Schwangerschaftsvergiftung (auch Schwangerschaftstoxikose1 und Toxämie) für Gestosen beruht auf falschen Vorstellungen über die Ursachen und ist veraltet.
Von einer Pfropfgestose (auch: Propfgestose), die sich im Unterschied zur essentiellen Gestose einer bereits bestehenden Krankheit aufpfropft, wird gesprochen, wenn eine Frau vor einer Schwangerschaft schon an Bluthochdruck (arterielle Hypertonie) oder einer Nierenerkrankung erkrankt war und sich während einer späteren Schwangerschaft weitere Symptome einer Gestose oder eine Verstärkung der Symptome einstellen.

Symptome


Unter anderem folgende Symptome können Anzeichen einer Gestose sein: Bluthochdruck, vermehrte Eiweißausscheidung im Urin, Ödeme, Übelkeit, Erbrechen, Kopfschmerzen, Sehstörungen, Krampfanfall, Schmerzen im rechten Oberbauch.

Ursachen


Als mögliche Ursachen werden folgende Faktoren diskutiert:
  • Familiäre Disposition
  • Krankheiten der Nieren und des Gefäßsystems
  • Uteroplazentare Durchblutungsstörungen
  • Störungen der Mikrozirkulation
  • Magnesiummangel
  • Immunologische Mechanismen2


Literatur


  • Horst Kremling: Zur Geschichte der Gestose. In: Würzburger medizinhistorische Mitteilungen 17, 1998, S. 261–274.
  • Ernst T. Rippmann: Die Spätgestose. Basel und Stuttgart 1970.


Weblinks


  • [http://www.tk-online.de/rochelexikon/ro12500/r13485.000.html Begriffserklärung im Netz], tk-online.de
  • [http://www.frauenaerzte-im-netz.de//de_allgemeines_894.html Beschreibung des Krankheitsbildes], frauenaerzte-im-netz.de


Einzelnachweise


1 Volker Friedberg, Ernst Hochuli: Schwangerschaftstoxikosen. In: Otto Käser u. a. (Hrsg.): Gynäkologie und Geburtshilfe, II: Schwangerschaft und Geburt. Stuttgart 1967, S. 450–515.
2 Horst Kremling (1998), S. 269.
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Gestose

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